ich gebs auf, wird nichts mehr mit "schlafen" - der zug ist vor mehr als ner stunde abgefahren, wieder einmal ohne mich. nach dem gestrigen tag aber wahrscheinlich auch kein wunder. allmählich nervt es mich, dass bei jedem verschissenen termin, der mich eigentlich weiterbringen soll, nur wieder ein "geht noch nicht, dieses oder jenes noch erforderlich" herauskommt, das wieder monate an warterei bereithält.
dennoch, obwohl der besuch beim potentiellen skalpellartisten mich nur geld gekostet hat und einmal mehr ein fall für die akte "frust, enttäuschung & co" ist, fehlt mir selbst die energie, um mich darüber aufzuregen. es mag den vorteil haben, dass ich nicht mehr in der lage dazu bin, in irgendeinem tiefen loch zu versinken, hat aber auch den entscheidenden nachteil, dass mir irgendwie die energie und der biss ausgehen, in dieser sache nicht locker zu lassen. ich meine, ich verdränge mich schon die ganze zeit, und "es funktioniert prima" - warum nicht ewig so weitermachen... guter witz.

tja. da sitzt man sich also den arsch erst im bus platt, dann in der s-bahn, schließlich noch in der straßenbahn und latscht mit leerem magen zur weißkittel-bude... nette mädels am empfang können dabei auch nichts daran ändern, dass die ganze einrichtung trotz ihres völlig unnüchternen kitsches und versuchter "eleganz" nicht unbedingt ein angenehmes gefühl hervorruft. (das geht einfach nicht an einem ort, an dem irgendwelche schicksen sich gedanken darum machen, ob sie sich die gesichter aufspritzen, die brüste aufpolstern oder sonstigen unfug mit ihrem körper anstellen sollen, um den sie andere frauen vermutlich beneiden würden.)
kam mir ein wenig vor wie ein "exot" dort, spätestens als ich dann beim weißkittel persönlich war. dank der auf dauer etwas nervenden hintergrundmusik hab ich teilweise gar nicht alles verstanden, was er so gesagt hat; das wenigste davon war allerdings wirklich op-relevant.

erst mussten natürlich noch mein lebenslauf und meine psyche gefilzt werden, dann durfte ich noch als narben-ausstellungsobjekt für die beiden helferinnen herhalten und zu guter letzt wurde das ganze übel vermessen und abgelichtet. gut, was die narben angeht, habe ich kein problem damit - die gehören mehr zu mir als alles andere; schließlich sind die das einzige, was ich mir an dieser bescheuerten hülle selbst ausgesucht habe. aber schon klar, dass sie einen plastischen chirurgen "entsetzen".
ich habe aber wohl ein problem damit, halbnackt in der gegend herumzustehen wie ein stück blankes fleisch beim schlachter, das von allen seiten begutachtet wird... und dass dabei dann auch noch die frau von dem typ herein platzt. mir doch wurscht, ob die bei der op dabei ist oder nicht, da krieg ichs eh nicht mit, wer sich über die verbogene figur lustig macht oder nicht.

aber auch das wäre ja alles noch zu ertragen gewesen; mittlerweile ist ein guter müllschlucker aus mir geworden bzw. ist der abwehr-bzw. verdrängmechanismus einfach auf höchstleistung hochgefahren.
das allerbeste war natürlich wieder einmal, dass er theoretisch schon in zwei wochen operieren könnte, es aber praktisch nicht "ohne gesetzliche absicherung" tun wird. in form einer namensänderung etc., mit der ich aber dank heimatlicher gesetzeslage nicht wirklich aufwarten kann.
tja... und bis ich zeit habe herauszufinden, ob es doch noch einen ausweg in dieser sache gibt oder ich doch wieder ein weiteres jahr oder länger warten "darf"... erfreue ich mich weiterhin meines lieblichen daseins und kotze jedem neuen (all)tag lachend ins gesicht.


einmal abgesehen von den gestrigen ärztlichen und rmv-technischen unkosten kam ich gestern auch nicht umhin, mich nach dem berauschenden ärztebesuch noch mit anzug & co einzudecken. ein glück, dass meine bessere hälfte dabei war, sonst wärs nichts geworden.
allein der umstand, tagtäglich im büro vergammeln und verfetten zu müssen, wäre ja schon ausreichend... jetzt aber auch noch geld in solche dinge wie anzug und gelecktes schuhwerk investieren und vor allem mit erschrecken erkennen zu müssen, dass man womöglich noch mehrere jahre in diesem umfeld dahinvegetieren muss...
der arbeitsplatz ist wirklich kein schlechter, genau genommen wäre ohne diesen rückhalt das meiste gar nicht erst möglich gewesen. und doch hasse ich dieses büro. wahrscheinlich, weil ich nun genau in der situation bin, in der ich niemals sein wollte: abhängig von etwas, für das ich mich ständig nur verbiegen und zeit meines daseins vergeuden muss, die mir dafür hundertmal zu schade ist.

der einzige trost des tages: das verhasste einkaufen geht nun immerhin bedeutend rascher von sich als früher. zumindest an den beinen haben die hormone gut gegriffen; ich passe plötzlich scheinbar in "alle möglichen" hosen und muss dabei nicht mal schreiend davonlaufen.
und obwohl die bauch-hüftregion zu einem ballungszentrum an körpermüll geworden ist, prangt ein "slim fit" an der büroausrüstung...

wie sagt der franzose... "so ist das vieh."
und es widert mich in vielen dingen gemeinsam mit mir selbst ordentlich an.
15.4.08 06:27
 


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